Soziales Miteinander

Ingomar Schwelz

30. September 2015

Zeitreise in die Jugend

Warum werden manche Menschen uralt, andere wiederum nicht? Fragen wie diese interessieren Forscher seit langem. Dabei stellen sie neuerdings auch die Lebenseinstellung und die Lebensumstände von alten Menschen in den Fokus der Untersuchungen.

Auf der Suche nach „jung gebliebenen Alten“ lohnt ein Abstecher in den brasilianischen Regenwald. Die Zoé pflegen ihre Traditionen. In den offenen Hütten leben alle Generationen unter einem Dach. Die Alten sind Garant dafür, dass das Wissen ihres Volkes nicht verloren geht. So sind die Ältesten wichtiger Teil der Gesellschaft. Durch das Leben in der Gemeinschaft fühlen sich die Männer wieder fitter.

Ganz anders verhält es sich in unserer „modernen“ Welt: Im Alter werden die sozialen Kontakte stetig weniger und viele alte Menschen vereinsamen. Forscher wollten herausfinden, ob die Lebensform Einfluss auf altersbedingte Einschränkungen, auf den Alterungsprozess hat, und wagten dafür ein eindrucksvolles Experiment: In einem Versuch tauschten alte Männer, die für sich zurückgezogen lebten, ihren Alltag eine Woche lang gegen eine Wohngemeinschaft.

Aufblühen in der WG

Zum ersten Mal seit Jahren mussten sich die alten Herren selbst versorgen, waren für sich voll und ganz verantwortlich. Das Besondere an der WG war, dass das neue Leben eine „Zeitreise“ zurück in die Jahre ihrer „Sturm-und-Drang-Zeit“ bedeutete. Fernsehsendungen und Zeitungen von damals, dazu die Musik ihrer „besten Jahre“ ließen die Männer in Erinnerungen schwelgen. Nach kurzer Zeit fühlten sie sich tatsächlich wieder jung und stark. Gehhilfen wurden verzichtbar und die Sehkraft verbesserte sich. Lässt sich die biologische Uhr so zurückdrehen?

Aktiv in einer Gemeinschaft zu leben, akzeptiert zu werden und Spaß zu haben, sind offensichtlich wichtige Voraussetzungen für Fitness im Alter.