Jeder ist ein Schöpfer

Ingomar Schwelz

30. September 2015

Jeder ist ein Schöpfer

Wir kreieren unser Unglück selbst – indem wir uns anpassen, verleugnen, zurücknehmen und verbiegen. Die in Ibiza lebende Kölnerin Elisa Dorandt hat eine Methode der emotionalen Befreiung entwickelt, mit der sie sogar Heilungen bei Krebskranken erreicht hat.

Ich spüre ein warmes Kribbeln an meinem Hinterkopf. Die Finger von Elisa Dorandt scheinen Licht-Frequenzen in mein Stammhirn auszustrahlen und von dort aus meinen ganzen Körper zu scannen. “Mal sehen, was dein Unterbewusstsein mir kommuniziert“, sagt die groß gewachsene, blonde Frau mit liebevoller Stimme.

Dann die Aufforderung: „Fokussiere dich auf den Punkt oberhalb des rechten Ohres“. Bilder tauchen aus dem Innersten auf, die mich tief berühren, weil sich offenkundig uralte Verhaltensmuster von mir zeigen. “Wecke mit Deiner Stimme die Emotionen, die Du jetzt erlebst. Dann atme bewusst Farbe in die Stelle“, sagt Elisa Dorandt.

Ein abgespeichertes Programm, eine tiefe Prägung, die ich mein Leben lang mit mir trage, sollen so einfach mit emotionaler Stimme und Farbe gelöscht werden? – Das frage ich mich ein wenig ungläubig, bevor ich laut Smaragdgrün in meinen rechten Hinterkopf einatme. Und tatsächlich: Schon nach kurzer Zeit entsteht aus den negativen Emotionen und den schaurigen Bilder ein schönes Erleben. Dafür schmerzt mein rechtes Knie. Ich sehe weitere Bilder, die ich lebendig werden lasse. So führt mich Elisa Dorandt quer durch meinen Körper.

Es ist eine Abenteuerreise in meine 100 Billionen Körperzellen. Nach drei Sitzungen innerhalb von zwei Tagen, in denen ich wie durch den Fleischwolf gedreht werde, fühle ich mich jetzt prickelnd wach. Verdrängte Emotionen hochkommen lassen, sie intensiv mit Stimme wahrnehmen, dann einen Stopp machen. Schließlich für die eigenen Ohren laut hörbar Farbe in jenen Körperteil atmen, wo so lange die vielen Gefühle sorgsam weggesperrt waren. Bei bewusster lauter Stimme und lautem Atmen, so bemerke ich, kontrolliert das Gehirn meine Emotionen nicht mehr.

Ich ändere mit diesem Erleben, so meint Elisa Dorandt, im wahrsten Sinne des Wortes die Chemie meiner Körperzellen. „Jetzt kann die Schöpfungsfrequenz die Selbstheilung in Gang setzen, denn die eigene Zell-Intelligenz ist immer an einer Lösung interessiert.“

Es ist so, als ob nichts von meinem alten ICH übrig geblieben wäre, als ob die Festplatte gelöscht sei – keine alten Automatismen – gespeicherten Programme mehr, an denen ich mich festhalten kann. Wie eine Welle spüre ich dann erstmals mein eigenes ekstatisches Lebenspotenzial in mir hochsteigen. Wie Schuppen fällt es mir von den Augen: Ich wurde krank, weil ich mich immer viel zu sehr angepasst habe, damit ich als der nette Typ dastehe. Ich hatte das Leben anderer gelebt und meines vergessen. „Du hast deine Lebens-Kraft verschleudert und immer nur verzweifelt um Anerkennung gebettelt. Jetzt ist der Akku leer“, sagt Dorandt nach dem Intensiv-Kurs. Die 57jährige Kölnerin haut einem auch die unangenehmen Lebenslügen um die Ohren.

Inzwischen kann sich Elisa Dorandt vor Todgeweihten-Hilferufen kaum retten – die Kunde ihres Lebenselixiers bei Krebs und anderen Leiden verbreitete sich im Lande wie ein Lauffeuer. Mit ihrer Art der „chemischen Zell-Reinigung“ bringt sie Gestresste, Geplagte und von der Schulmedizin Aufgegebene wieder in ihre ureigenste Lebens-Kraft.

Diese Fähigkeiten sind wohl in der Lebensgeschichte von Elisa Dorandt begründet. Bei einem Autounfall erlitt die heutige Emotional-Mediatorin schwerste Verletzungen und wurde von ihren Ärzten aufgegeben. 18 Minuten lang galt sie als klinisch tot, anschließend lag sie Wochen im Koma. In den folgenden Jahren im Rollstuhl entwickelte sie schließlich ihre eigene Forschung. „Da lernte ich meinen Körper wahrnehmen“, sagt Dorandt. Und als ihre Universität sieht sie die Arbeit mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern, denen sie bereits vor ihrem Unfall Herzenswünsche in TV- Sendungen erfüllt hat.

Die Münchner Rechtsanwältin Eva-Maria Sanders hatte dann den Boom um die ungewöhnliche Vorgehensweise von Elisa Dorandt mit ihrem Buch “Leben! – Ich hatte Krebs und wurde gesund“ ausgelöst. Die Anwältin war mit der Diagnose “Krebs im Endstadium, sie haben noch sechs Wochen zu leben“ verzweifelt bei Dorandt gestrandet. Nach dem „emotionalen Hausputz“ hatte die Anwältin eigenen Worten nach über Nacht die Krücken weggeworfen und gespürt: Das Leben hat mich wieder.„Heilung wirkt wie einen Lichtschalter anknipsen“.

In den individuellen Meetings lässt Frau Dorandt ihren Klienten deren Lebens-Programme erkennen. Wer sich bei diesem Prozess nicht traut, seinen Gefühlen und Ängsten freien Lauf zu lassen, wird von ihr provoziert. „Krepier an deiner Ausrede Krebs, oder mach endlich deine Emotionen auf“, sagt sie unverblümt zu einer Frau, die nach 14 Jahren wieder Brustkrebs bekommen hat und in ihrem selbstmitleidigem Jammern gefangen bleibt.

„Die Menschen gehen immer wieder auf die Palme, weil sie in den Anderen wie in einem Spiegel ihre eigenen unterdrückten Gefühle sehen. Wer andere als arrogant, neidisch, egoistisch, langweilig und so weiter empfindet, muss letztendlich doch nur erkennen, dass es seine eigenen Emotionen sind, die er fühlt. Alles, was ich in mir nicht ertrage, regt mich bei anderen Menschen auf“, sagt Elisa Dorandt. „Wir alle haben in unseren Verhaltensweisen längst überholte Muster, die wir von Generation zu Generation weitergeben. Diese Prägungen bleiben lebenslänglich in den Körperzellen als Informationen gespeichert, die Unfrieden, Ängste und schließlich Krankheiten auslösen. Wir ziehen wie ein Magnet immer wieder Menschen an, die uns offensichtlich nicht gut tun. Gerade die Prägungen, die wir unbedingt loswerden wollen, lassen uns nicht los. Wir haben einfach die Bedienungsanleitung vergessen, wie Leben geht“, sagt Dorandt.

Am Anfang des Erwachens sind viele skeptisch. Dass negatives Denken auf die Dauer krank macht, ist den meisten noch verständlich, aber dass allein das bewusste Auflösen der eigenen verdrängten Emotionen Heilung herbeiführen kann, klingt für einige zu einfach.

Doch schon nach zwei Tagen fühlen sich viele wie neu geboren. „Ich lernte schnell auch einmal ,Nein` zu sagen, und es ist mir piepegal, was andere über mich denken“, erzählt ein geplagter 50jähriger Manager und Familienvater mit Darmkrebs später über seine Erfahrungen. Seine Krankheit hat er inzwischen überwunden. „Immer schön meine verdrängten Emotionen nutzen“, lautet sein jetziges Motto. Wahrhaftigkeit in jeder Lebenssituation rettet ihm sein Leben.

“Wer seine Glaubenssätze auflöst, sich gefühlsmäßig einlässt und seine Konflikte emotional klärt, der benötigt seine Krankheit nicht länger“, meint Elisa Dorandt. Und sie sagt selbstsicher: “Krebs heilen ist nicht mein Ziel, sondern ihm die Nahrung nehmen. Letztendlich baue ich Brücken“, meint Elisa Dorandt, “heilen kann sich nur jeder Mensch selbst – denn ALLE sind von Natur aus ihr eigener Schöpfer.“